Graf Martin von Neuenaue hatte von Fischern und Seeleuten schon oft die Geschichte einer Insel im Nebel gehört. Die Dünen der Küste seien voll mit Heckenrosen, leuchtend weiß und rot. Sie tauche im schlimmsten Sturm aus dem Nebel auf, die Gewässer der Küste ruhig und sicher. Die wunderschöne Herrin der Insel, wohne laut den Erzählungen, in einem Schloss aus Marmor. Die Zimmer seien aus Gold und Brokat. Sie böte den Seefahrern Schutz vor dem Sturm an, und verlange dafür lediglich einen kleinen Frondienst. Dieser sei meist, die wilden Heckenrosen zu pflegen, oder Arbeiten in und um das Schloss zu erledigen. Nach einem Tag dürften die Seefahrer dann entscheiden ob sie wieder in die Heimat fahren, oder in ihrem Dienste bleiben wollten. Wer bleibe, dürfe die Insel nie wieder verlassen. Doch Seefahrer, die sich absichtlich in Gefahr begäben, kamen im Sturm um oder kehrten nur mit Not zurück, ohne die Insel gesehen zu haben.
Der Graf in seiner Gier nach diesen Reichtümern der Insel hatte schon oft Abenteurer losgeschickt, doch nur selten war einer zurückgekehrt. Von seiner Gier gepackt, wollte er es nun selber wissen. Er ließ seine Burg in der Obhut seiner Frau, zog sich die Kleidung eines Bediensteten an und verließ die Burg in der Nacht. In einem kleinen Küstendorf heuerte er auf einem der größeren Fischerboote an. Schon am nächsten Morgen stießen sie in See. Am Ende des ersten Tages hatte er bereits blutige Schwielen an seinen Händen, da er diese die harte körperliche Arbeit nicht gewohnt war.
Der Kapitän war ein guter Mann. Er versorgte die Hände mit einer Salbe und teilte Martin für die kommenden Tage in die Kombüse ein. Auf die Frage, was er denn vorher gemacht hätte, log Martin. Er erzählte, dass er ein fahrender Händler gewesen sei, dem Räuber alles genommen hätten. So vergingen Tage und Wochen. Netze auswerfen und einholen, den Fang im Hafen entladen und wieder raus auf das Meer.Der Graf in seiner Gier nach diesen Reichtümern der Insel hatte schon oft Abenteurer losgeschickt, doch nur selten war einer zurückgekehrt. Von seiner Gier gepackt, wollte er es nun selber wissen. Er ließ seine Burg in der Obhut seiner Frau, zog sich die Kleidung eines Bediensteten an und verließ die Burg in der Nacht. In einem kleinen Küstendorf heuerte er auf einem der größeren Fischerboote an. Schon am nächsten Morgen stießen sie in See. Am Ende des ersten Tages hatte er bereits blutige Schwielen an seinen Händen, da er diese die harte körperliche Arbeit nicht gewohnt war.
Fast ein Jahr war er nun schon auf dem Boot und kurz davor aufzugeben. Der Kapitän war fähig, die Wolken zu lesen und den Stürmen gekonnt auszuweichen, doch dieses mal schaffte er es nicht. Fast hätten sie es noch nicht einmal geschafft, die Netze einzuholen. Die Wellen waren hoch wie die Mauern seiner Burg. Das Fischerboot drohte mehrmals fast zu kentern. Da zog Nebel über das Meer. Als sie die Nebelwand durchfuhren, beruhigte sich das Meer. Der Nebel verschwand und im Sonnenlicht war eine wunderschöne Insel zu sehen, die Dünung der Küste ein Meer aus rot und weiß, das Wasser vor der Küste war spiegelglatt. Sie näherten sich dem Ufer und ankerten. Nachdem alles vertäut. war gingen sie an Land. Vom Strand aus war kein Weg zu sehen, doch als sie sich der Wand aus Heckenrosen näherten, teilten sich die Rosen und gaben einen Weg frei. Sie gingen über die Düne und in einem Tal dahinter sah Martin das marmorne Schloss. Blattgold an den Wänden glänzte in der Sonne. Menschen arbeiteten auf den Feldern vor dem Schloss. Felder wurden bestellt und Obstgärten bewirtschaftet. Selbst die Bauern trugen hier Kleidung aus Samt. Wie konnte er sich diesen Reichtum aneignen? Pläne und Gedanken drehten sich in seinem Kopf. Eine Frau kam auf sie zu.
>> Willkommen auf meiner Insel. Seid gegrüßt, Kapitän Larsen. Ich würde mich freuen euch und eure Crew beim Abendessen zu begrüßen.<<
Kapitän Larsen deutete eine leichte Verbeugung an. >>Seid gegrüßt Herrin der Insel. Gerne werden wir euer Gast sein.<<
Die Frau klatschte in die Hände und ein paar Bewohner zeigten den Besuchern die Zimmer. Danach wurden sie von der HERRIN -Graf Martin war es zuwider, jemand anderen so anzusprechen- angewiesen, die Heckenrosen an den Dünen zu pflegen. Am Abend saßen dann alle zusammen an einer fürstlichen Tafel.
>> Lange ist es her, Kapitän Larsen. Wie ist es euch ergangen?<<
Ihre Augen musterten die kleine Besatzung. Graf Martin hatte das Gefühl, sein innerstes offenbare sich ihrem Blick.
>> Herrin, wie ihr mir geraten habt, meide ich die Stürme, um meine Besatzung und mich nicht zu gefährden. Der Fischfang läuft gut, nur der Graf verlangt immer mehr von uns. Aber darüber möchte ich nicht reden. Ich bin einfach nur glücklich, dass ihr mich ein zweites Mal gerettet habt. Ich hoffe, dass nicht wieder ein Viertel meiner Crew bei euch bleiben möchte.<<
Graf Martin wollte schon lospoltern, was für ein undankbarer Mann der Kapitän wäre, aber der Blick der Herrin fesselte ihn in den Stuhl und er brachte kein Wort über seine Lippen.
>>Nichts zu danken, Kapitän. Ich beobachte alle Seefahrer und ihr seid mir der Liebste geworden. Umsichtig beobachtet ihr den Himmel und kümmert euch immer gut um eure Leute. Doch leider muss ich euch mitteilen, dass ihr diesmal wieder mit einem Mann weniger fahren werdet.<<
Ihr Blick war auf den Grafen gerichtet. >> Graf Martin dort hat euch belogen und getäuscht. Er hat nichts Gutes im Sinn.<<
Der Graf erschrak. Wie konnte sie wissen, wer er war und welches Ziel er verfolgte.
>>Ihr seid einen Hexe!<< spie er aus.
>>Ich bevorzuge den Begriff Magierin oder Schutzpatronin. Zudem verfolge ich keine bösen Absichten, ihr jedoch...<< Sie winkte ab.
Am nächsten Morgen legte Kapitän Larsen ab, den Grafen nicht an Bord. Er kam in seinem Leben noch zwei weitere Male auf die Insel. Er traf Mitglieder seiner Besatzung und freute sich über deren Glück, doch den Grafen sah er nie wieder. Nur ein Bild an der Wand, dort wo damals das Festmahl stattfand, erinnerte an ihn. Dort saß der Graf an genau dieser Tafel, vor sich einen Berg aus Gold und Edelsteinen. Das Bild sah so lebensecht aus, dass der Kapitän hätte schwören können, die Blicke des Grafen würden ihm folgen würden.
Die Gräfin jedoch regierte weise über das Land ihres verschwundenen Gatten. Sie senkte die Steuern und das Land erstrahlte in Reichtum und Glanz für jedermann.
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Huhu,
AntwortenLöschenNachdem du den Link zu deinem Blog in der Family Gruppe gepostet hast, in ich neugierig drauf gegangen.
Mir gefällt diese kurze Geschichte!
Ich würde allerdings - sozusagen als klitzekleine Änderung - nicht schreiben, dass das Meer ruhig ist wie eine Badewanne. Das passt irgendwie nicht rein in diese eher altertümliche Umgebung.
Ansonsten find ich es gut, dass du das Schicksal des Grafen offen lässt und man seiner eigenen Imagination folgen kann!
Liebe Grüße aus dem Klinikum, Jessi
Vielen Dank für dein Feedback. Du hast recht und ich werde dies ändern.
AntwortenLöschenLiebe Grüße Dieter